Montag, Oktober 14, 2019

Christen und Muslime beten in Wiesental gemeinsam für Frieden - KW 31 & 32 / 19


In vielen Teilen der Erde wäre diese Szene unvorstellbar, ja eine politische Sensation: Christen und Muslime beten gemeinsam, tragen Fürbitten vor, sitzen nebeneinander, singen zusammen, geben sich Zeichen des Friedens: „Selamünaleyküm“ oder „Der Friede sei mit dir“. Frauen umarmen sich, Männer fassen sich freundschaftlich an die Oberarme und lassen so Herzlichkeit spüren.

Eine solche erfolgreiche Initiative soll es, wie man hört, nur in Ober-hausen-Rheinhausen/Wiesental geben. „Barmherzigkeit als Weg zum Frieden“ war der rote Faden des gemeinsamen Friedensgebetes, das in diesem Jahr in der beeindruckenden Fatih Moschee in Wiesental stattfand.

2019 kw31 kw32 640

Mit Zitaten aus dem Koran, in denen zu einem friedlichen Zusammenleben der verschiedenen Nationen und Religionen aufgefordert wird, begrüßten der Iman Ahmet Salih Günes, der Jugendleiter Riduan Simsek und die Dialogbeauftragte Derya Sahan die zahlreichen Teilnehmer aus Wiesental, Oberhausen-Rheinhausen und den umliegende Gemeinden.

Mit dabei war wiederum eine Abordnung des Vereins für Dialog, Integration und Freundschaft (DIF) Waghäusel.

Inge vom Brocke, Sprecherin des Friedensgebetskreises, erinnerte an die nun fünfzehnjährige Tradition der Friedensgebete, ins Leben gerufen vom Ökumenischen Friedensgebetskreis Oberhausen-Rheinhausen, der Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Oberhausen und den Muslimen der Fatih Moschee. Anhand von Koranversen machte der islamische Theologe Fatih Sahan in seiner Ansprache deutlich, dass Gott sich den Menschen als der Barmherzige und Verzeihende zeige. „Er vertraut uns die Welt an und ruft uns auf, barmherzig zu einander und zu den Mitgeschöpfen zu sein.

Wenn wir als Menschen diesem Ruf folgen und einander mit liebevollem Verständnis begegnen, ist der Weg zu Frieden und Versöhnung bereitet.“

Den Gedanken griff auch die katholische Theologin und KAB-Vorstandsmitglied Jutta Weinmann mit Stellen aus dem Kolosserbrief auf. Nach dem einstündigen Friedensgebet folgten viele Teilnehmer der Einladung der Moscheegemeinde zum Begegnungsabend, stärkten sich am vorbereiteten Büfett, knüpften neue Kontakte und tauschten sich - über religiöse und kommunale Grenzen hinweg – aus.

Scroll to top