Samstag, September 26, 2020

50 Jahre Wiesental - KW 22 / 20


In unregelmäßigen Abständen stellt der Verein für Dialog, Integration und Freundschaft (DIF) seine Mitglieder und Mitstreiter(innen) vor, auf die er sehr stolz ist. Diese legen auch dar, warum sie im Integrationsverein mitarbeiten. Vielleicht lässt sich dadurch der/die eine oder andere für eine Mitarbeit im DIF gewinnen.

Heute stellt der Verein Sulhakan Zeren vor. Sie ist 75 Jahre alt, verwitwet, hat 2 Töchter und 3 Enkelkinder, ist selbstständig. Ihr gehört das Atelier Zeren in der Mannheimer Straße.


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Vor genau 50 Jahren ist die junge Frau nach Wiesental gekommen. Zuerst allein aus Istanbul. Bei der Firma Heiler (Kinderbekleidungsfabrik) in Kirrlach arbeitete sie als Näherin.

Die erste Zeit in Waghäusel brachte eine große Umstellung mit sich: von der Großstadt aufs Land. Da ihr erlernter Beruf als Schneiderin in Deutschland nicht anerkannt wurde, ging sie in Bruchsal in die Schneiderlehre und erwarb ihren Gesellenbrief 1988, um sich selbstständig zu machen. Erst eröffnete sie in ihrer Wohnung, die Schneiderei, dann 1992 ihr erstes Geschäft.

Sie gilt als bemerkenswerte starke und moderne Frau, für die und ihren Ehemann früh klar war, dass man es ohne Fleiß zu nichts bringen kann. Frau Zeren war schon in Istanbul sehr modebewusst und lebte nach dem Leitbild des liberalen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk.

Ihr Mann als Hochschulabsolvent und sie mit abgeschlossener Berufsausbildung planten eine bessere Zukunft für ihre Töchter, was sie auch umsetzen konnten. Beide Kinder haben eine akademische Ausbildung abgeschlossen.

Die Anfangszeit war schwer. Mit vielen Vorurteilen musste sie kämpfen. So gab es Anstoß an ihrer modernen Einstellung und an ihrem Kleidungsstil. Einmal wurde sie gefragt, ob sie glücklich darüber sei, in Deutschland ein richtiges Kleid anziehen zu können.
Aus diesen und vielen weiteren Gründen ist sie Gründungsmitglied des DIF, der sich FÜR Dialog und GEGEN Vorurteile einsetzt.

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