Samstag, Dezember 16, 2017

Vergabe des Integrationspreises an „Waghäusel hilft“ - BNN 18.01.2017



Waghäusel/Bruchsal (ber). Spannung herrschte bis zum Schluss: Träger des Integrationspreises 2016 sind die ehrenamtlichen Aktivisten des Vereins „Waghäusel hilft“. Mit der gemeindeübergreifenden Auszeichnung wird im Turnus von zwei Jahren das „besonders vorbildliche Engagement“ von Initiativen und Institutionen, Schulen und Vereinen gewürdigt, die sich um die Förderung der Integrati-on verdient gemacht haben. Bei sei-nem Neujahrsempfang überreichte der vor acht Jahren gegründete und sich weiter vergrößernde „Verein für Dia-log, Integration und Freundschaft“ (DIF) den Integrationspreis in Form einer Urkunde aus Dekorglas.



Die Laudatio hielt die stellvertre-tende DIF-Vorsitzende Natalie Schwender und erinnerte an die Anfänge: „Als im Sommer 2014 bekannt wurde, dass in Waghäusel eine Ge-meinschaftsunterkunft für Flüchtlin-ge entstehen soll, fanden sich spontan einige Bürger zusammen, die sich um das Wohl der Neuankömmlinge sorg-ten und sich zum Ziel setzten, vorbereitend ehrenamtliche Strukturen aufzubauen.“ Die vielen Aktivitäten des späteren Vereins ließen sich in einer Powerpoint-Präsentation - anhand von 35 Beispielen - nachvollziehen. Dank und Anerkennung nahm auch DIF-Vize Özgür Sahin für sein Engagement in der Bruchsaler Flüchtlingshilfe entgegen.

Zu einer Art Aushängeschild für die Stadt und für die Region ist inzwi-schen der Integrationsverein DIF Waghäusel geworden. Wenn von Jahr zu Jahr zwischen 200 und 300 Gäste zum Empfang kommen, beweist dies die breite Wertschätzung. Immer mehr Prominenz macht den Avantgardisten die Aufwartung. Mit ihrer Teilnahme signalisierten die Generalkonsulin der Republik Türkei, Mebsure Taskin, MdL Ulli Hockenberger, die (Ober-)Bürgermeister- und Beigeordneten-riege mit Walter Heiler, Cornelia Petzold-Schick, Stefan Martus, Mar-tin Büchner, Thomas Deutschle, Diet-er Day, auch Pfinztals Bürgermeis-terstellvertreter Frank Hörter und Bürgermeister a.D. Robert Straub als Ehrenbürger, ihre Verbundenheit.

Viel Lob gab es vom Stadtoberhaupt für den jungen Verein mit seinen vielen jungen Leuten: „Wir zählen auf euch. Wir brauchen euch“, schloss Heiler seine Ansprache. Zu-vor war er mit der AfD hart ins Ge-richt gegangen und hatte deren Frem-denfeindlichkeit gegeißelt. „Geben wir den rund 200 Flüchtlingen in Waghäusel eine Chance“, bat er. In einer Bildschau stellte der stark frauendominierte Integrationsverein seine Aktivitäten vor: mehr als 24 in 2016. Das Programm in der Bolan-denschule verschönerte eine Musik-gruppe in griechischer, türkischer und syrischer Zusammensetzung. 

Zu erleben war nicht ein Neujahrs-empfang der gewohnten Machart, son-dern ein erklärter „Neujahrsempfang der Solidarität und des Miteinan-ders“, der nach dem Willen des Veranstalters ein Zeichen gegen Intole-ranz und Fremdenhass setzen sollte. Entschieden verurteilte eine kämpferische Vorsitzende Ebru Baz die ter-roristischen Anschläge, aber auch die rechten Hetzparolen. Ihre Forde-rung: „Wir müssen mehr aufklären, offen aufeinander zugehen, Misstrau-en und Vorurteile abbauen und zu Toleranz und Respekt motivieren.“ Die-sem Ziel habe sich der Integrations-verein verschrieben.

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