Neujahrsempfang des Integrationsvereins Waghäusel mit viel Prominenz

Waghäusel (ber). Die Werte, die sich der politisch und religiös unabhängige Integrationsverein auf die Fahne schreibt – Dialog, Zusammenarbeit, Toleranz, gegenseitige Achtung und Respekt der anderen Meinung -, kommen auch im parteipolitischen Miteinander zum Ausdruck, so beim Neujahrsempfang im Kirrlacher Pfarrzentrum. Die Landtagabgeordnete der Grünen und erste Muslimin im Parlament, Mutherem Aras, hielt die Neujahrsansprache, ihr Landtagskollege, Bürgermeister Walter Heiler (SPD), sprach ein Grußwort, die CDU-Stadträtin und Vereinsvorsitzende Ebru Baz moderierte und stellte die Arbeit des weiter anwachsenden „Vereins für Dialog, Integration und Freundschaft“ vor. Grün umarmte Schwarz, Rot lobte Schwarz, Schwarz dankte Grün und Rot.



Bei dieser Harmonie durfte Mutherem Aras auch die aus ihrer Sicht vielfältigen Erfolge der neuen Landesregierung beleuchten. In ihrer Rede hob die sympathische Stuttgarterin die wichtige Bedeutung der Integrationsarbeit hervor, würdigte das Engagement der Waghäuseler, berichtete über ihre positiven Erfahrungen in Deutschland, wohin sie als Zwölfjährige aus Anatolien gekommen war, und über das „wunderbare Erlebnis“, als Migrantin ein sensationelles Wahlergebnis geholt und ein Direktmandat erobert zu haben. Mit 230 Gästen war der Neujahrsempfang ein voller Erfolg. „Wir brauchen solche Begegnungen“, meinte Bürgermeister Heiler, der den über die Stadtgrenzen hinaus bekannten rührigen Verein und dessen „großartiges Engagement“ lobte.

Die auffälligen Polizeiwagen vor dem Veranstaltungsort hatten nichts damit zu tun, dass der Integrationsvereins immer wieder Verbalangriffen aus dem rechtsradikalen Lager ausgesetzt ist. Der Polizeischutz galt vielmehr dem türkischen Generalkonsul Serhat Aksen, der zu den vielen Gästen gehörte, die dem, wies es hieß, landesweit vorbildlichen Integrationsverein ihre Aufwartung machten. Mit ihrer Teilnahme signalisierten Leitender Polizeidirektor Roland Lay, Bürgermeister a.D. Robert Straub, Beigeordneter Thomas Deuschle, die neue Bürgermeisterin von Pfinztal, Nicola Bodner, Pater Stephan vom Kloster Waghäusel, Olcayto Dingersu, Landesbeauftragter für Interkulturellen Dialog, und weitere Vertreter des öffentlichen Lebens ihre Verbundenheit.

„Anders zu sein bedeutet bei weitem nicht, schlechter zu sein“, betonte Ebru Baz unter Beifall. In der Stadt Waghäusel leben Menschen aus 78 Nationen. Ein Viertel aller Baden-Württemberger hat einen Migrationshintergrund, war zu erfahren. Mit diesem Kennenlern-Neujahrsempfang wolle der Integrationsverein aus erster Hand informieren und belegen, dass Integrationsbemühungen durchaus Erfolge haben können. „Wir sehen in verschiedenen Kulturen eine Bereicherung unserer Gesellschaft.“ Gerade in den Kommunen entscheide sich, ob und wie das Zusammenleben mit den Migranten gelingt.

Mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation stellte der Verein seine Aktivitäten und Initiativen vor: mehr als 20 im Jahr 2011. Das Zwei-Stunden-Programm bereicherten der 14-jährige Nachwuchssänger Edmir Humaj und die Integrationsgruppe „Come Together“ der Schiller-Schule, Träger des Integrationspreises 2011. Gesanglich gaben die Jugendlichen den rechten Scharfmachern mit auf den Weg: „Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.“

Hier der Originalbericht

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